Aktuelles

26.01.2018, 13:23 Uhr
Konsequenzen für den Schulträger im Landkreis Helmstedt zusammengetragen
Arbeitskreis Bildung analysierte niedersächsische Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD
Parallel zur Klausur der Landesregierung in Bad Sachsa hat der Helmstedter CDU-Arbeitskreis Bildung unter der Leitung von Dorothea Bertling in einer intensiven Arbeitssitzung das Kapitel „Bildung“ aus dem Koalitionsvertrag von SPD und CDU beraten. Die Mitglieder trugen zusammen, welche Konsequenzen diese Vereinbarungen für die Schulträger im Landkreis Helmstedt haben werden.
 
Die Konsequenzen für die Schulträger im Landkreis Helmstedt trugen Dorothea Bertling und Andreas Weber (beide im Vordergrund) im CDU-Arbeitskreis Bildung zusammen.
Helmstedt -
Positiv wird das Vorhaben der Koalitionspartner gesehen, alle drei Kindergartenjahre gebührenfrei anzubieten; im Harz sicherte die Landesregierung jetzt die dafür erforderliche Finanzierung im Nachtragshaushalt zu. Allerdings ringt sie mit den Vertretern der Kommunen noch um die Höhe der ausfallenden Elternbeiträge. „Wir sind uns einig, dass die Beitragsfreiheit in den Kindergärten nicht zu Lasten der kommunalen Finanzen gehen darf; das Konnexitätsprinzip muss strikt eingehalten werden“, formulierte Dorothea Bertling die Einigkeit des Arbeitskreises in diesem Punkt. 

Der Ausbau der Ganztagsschulen wird wertgeschätzt als Konsequenz zur aktuellen Familienpolitik. Daraus ergibt sich ein höherer Raumbedarf, der von allen Beteiligten mehr Flexibilität bei der Raumnutzung erfordert.
 
Als Bestätigung der CDU-Forderung wird die Möglichkeit zur Fortführung der Förderschulen ab dem kommenden Schuljahr 2018/19 gesehen. Zwar ist das Bestehen dieser Schulform als zeitlich begrenzt vorgesehen, aber für den Arbeitskreis sind die Förderschulen, wie z.B. die Wichernschule Helmstedt, auch darüber hinaus besonders erhaltenswert. „Die Förderschulen im Landkreis Helmstedt leisten pädagogisch eine tolle Arbeit, weil sie das Kindeswohl ganz individuell betrachten. Dafür werden sie in der Öffentlichkeit nicht nur geschätzt und anerkannt, sondern überzeugen nicht zuletzt Eltern und Großeltern auf besondere Weise“, sagte Bertling. Und sie fügte an: „Wir freuen uns, dass der Landkreis als zuständiger Schulträger zügig die erforderliche Antragstellung bei der Landesschulbehörde bereits begonnen hat.“
 
Auch die Aussage im Koalitionsvertrag zu Beförderungskosten für Schüler der Sekundarstufe II an allgemein- und berufsbildenden Schulen liegt vollends auf der Linie einer CDU-Initiative im Kreistag. Aktuell stehen den betroffenen Schülern noch Gelder des Landkreises für den Transport zur Verfügung, sie sind bisher nicht ausgeschöpft worden.

Breiten Raum nahm das Thema „Digitalisierung“ ein. Nach den mühsamen, persönlich gesteuerten Anfängen des Computereinsatzes vor 30 Jahren wird jetzt mit Unterstützung des Bundes an einer professionellen Lösung für alle Schulen gearbeitet. Um die bereitgestellte Förderung abrufen zu können, muss sich der Landkreis zukunftsweisend mit einem umfassenden Medienkonzept dazu aufstellen. „Wenn es von oben regnet, müssen wir in der Lage sein, Bundes- und Landesmittel vollständig abzurufen und effektiv zu verteilen. Dabei begrüßen wir sehr, dass sich der Landkreis eines professionellen Projektmanagements bedient und sich so die Möglichkeit eröffnet, Hard- und Software-Beschaffung, pädagogische Nutzung und Schulung sowie Ausbau der Internetgeschwindigkeit über Breitbandanschluss für unsere Schulen gewinnbringend für alle zu vernetzen. Wir freuen uns darauf, erste Planungsergebnisse dazu im Schulausschuss im April beraten zu können“, sagte der schulpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Andreas Weber. 

Abschließend wurde die Etablierung einer Bildungsregion (Landkreis HE) diskutiert. Das Angebot von allen Schulformen ergibt eine gute Ausgangslage; künftig wird eine verbesserte Kooperation zwischen den Schulen mehr Bedeutung bekommen. Konkret ist ein aktueller Schulentwicklungsplan nötig – die eingerichtete Arbeitsgruppe soll demnächst liefern.